Hauptmenü NRW-Turnier T.A.B. u. NWTV 19.03.2011/Hagen
Kampfkünste in der Geschichte Waffenlose Kampfkunsttechniken wurden als Mann gegen Mann Kampf ausgetragen. Der Grund dieser Kämpfe könnte verschieden sein. Kämpfe konnten sowohl als Spiel, als die sportlicher Wettkampf sowie auch in rituellen Zeremonien oder als ernste Auseinandersetzung auf Leben und Tod. Es scheint so, als ob die Kampfkünste verschiedene Eigenschaften in der Geschichte hatten. Lange bevor die bekannten Kampfkünste (Karate, Taekwondo, Kung-Fu etc.) entstand, waren Kampfkünste unterschiedlichster Facetten bekannt. Mesopotamien Die ältesten Fundstücke mit Darstellungen der Kampfkünste die bisher entdeckt wurden stammen aus Mesopotamien (Meso= zwischen, Potam= Fluss). Die Gegend zwischen den Flüssen Tigris und Euphrat wird Mesopotamien genannt. Dieser Gegend wird der Ursprung der Zivilisation zugesprochen. Die Sumerer (alte türkische Stämme)bauten dort die erste Stadtstaat der Urq hiess. Diese Stadt oder dieser Stadtstaat entstand aus „Menschenansammlungen“, mit der Zeit benötigten die Bewohner eine Verwaltung und weitere Infrastrukturen unter anderem Zeremonienhäuser. So konnten die Menschen das Zusammenleben regeln. In den Stadtzentren wurden Tempelanlagen errichtet. In diesen Tempelstätten fanden Archäologen Tonscherben mit Darstellungen von boxenden und ringenden Männern. In den Tempeln wurde also nicht nur gebetet, vermutlich wurden verschiedene Veranstaltungen wie dieses Boxen und Ringen, vor den Gebeten abgehalten. Die Gewinner dieser Kämpfe galten als sehr starke Männer, diese Kraft war ein Garant für den fortbestand der eigenen Rasse. Diese Stärke wurde den Nachkommen vererbt. Die in den tempeln praktizierten kampfkunst stand im Zusammenhang mit dem Glauben an das Überleben der eigenen Rasse. Ägypten Das nächste Fundstück aus der Geschichte der Kampfkunst, welches zeitlich nach den Funden aus Mesopotamien eingeordnet werden kann, wurden in alten Ägypten entdeckt. Ägypten zählt neben Mesopotamien, Indien und China zu den vier ältesten Zivilisationen der Geschichte. Beweise für die Existenz der Kampfkünste sind auf ägyptischen Fresken und Reliefen mit boxenden und ringenden Männern zu finden. Diese Funde wurden vornehmlich in Gräbern von hohen Offizieren und Königen an Plätzen wie z.B. Seqqera gefunden. Die ältesten Reliefs mit Darstellungen von Kampfkunst können auf das Jahr 2300 vor Chr. datiert werden. Diese Zeitspanne wird auch das alte Königreich genannt. Unter der strengen Führung des Pharao herrschte Friede und Wohlstand im Land. Die meisten grossen Pyramiden wurden zu dieser Zeit errichtet. In dieser zeit waren die Ägypter ein eher friedfertiges Volk. Auch in ihren mächtigsten Tagen waren sie nicht so expandierend und kriegerisch wie die alten Römer. Man kann daraus schliessen dass die Kampfkunst nicht zu kriegerischen Zwecken ausgeübt wurde. Auf Darstellungen waren im Gegensatz zu den muskulösen griechischen Kämpfer die Ägypter schlank und drahtig. Abschliessend kann man behaupten, dass im alten Ägypten eher spielerisch gekämpft wurde. Die alten Ägypter glaubten an ein Leben nach dem Tode. Teil dieses Glaubens beinhaltet auch die Mumifizierung der Verstorbenen. Da sie glaubten im gleichen Körper weiterzuleben sollte dieser zu Lebzeiten möglichst perfekt und unversehrt bleiben. Demnach wurde so trainiert dass Verletzungen vermieden wurden. Möglicherweise wurde das Kämpfen auf spielerische Art ausgeführt. Minoan Kreta Rund um die Ägäis zwischen Griechenland und der heutigen Türkei, existiert eine Inselgruppe Namens Kreta. Auf Cycladees Island, die Südinseln Griechenland und ebenfalls an der Westküste von Kleinasien entwickelte um 2600- 1400 vor Chr. eine hoch stehende Kultur. Diese wird auch Ägäis Zivilisation genannt, welche gut 1000 Jahre vor den alten Griechen ihre kulturelle Hochblüte erreichten. Diese Kultur gilt als Grundstock für die Entwicklung Europas. Die auf Kreta entstandene Zivilisation wird nach dem Mythos von König Minos, Minoa Zivilisation genannt. Dem Mythos folgend soll Minos der Sohn des Griechischen Gottes Zeus und dessen Frau Europa, eine fenisische Prinzessin gewesen sein. Der Kontinent wurde nach ihr benannt. Für Karate-Historiker ist diese Epoche von großer Bedeutung. Viele Funde mit Darstellungen von Boxern und Ringern aus dieser Zeit sind auf Minoa zu finden. Diese vielfarbige Darstellung der zwei boxenden Jugendlichen sind im archäologischen Museum in Athen ausgestellt. Die Fundstelle ist Thera. Datiert um 1500 vor Chr. Die Fresken mit den boxenden Jugendlichen weist darauf hin, dass in Minoa nicht nur die Erwachsenen den Boxsport praktizierten. Die Fresken sind um das Jahr 1500 vor Chr. datiert, also gut 1000 Jahre nach den Funden mit Kampfkunstdarstellungen aus Mesopotamien, aber 800 Jahre vor den ersten Olympischen Spielen.
Das antike Griechenland Ilias von Homeros Nach Homer`s Erzählungen veranstaltete Achilles ein Sportfest zu Ehren seines besten Freundes Partoclus. Er kam an der Seite von Achilles auf dem Schlachtfeld ums Leben. Dieses Ereignis, falls es tatsächlich stattgefunden hat, scheint die älteste registreierte Sportveranstaltung der Geschichte zu sein. Vermutlich wurde die Veranstaltung im Zusammenhang mit der Bestattung von Partoclus ausgeführt. Unter den verschiedenen Sportarten wie Laufen, Diskusswerfen, Speerwerfen, Bogenschiessen und Fechten waren auch die kampfkünste dieser Zeit vertreten. Diese Geschichte könnte sich um 1200-1300 vor Chr. abgespielt haben. Interessant ist, dass die Kampfkünste im Zusammenhang mit einem Begräbnis ausgeführt wurden. Die alten Olympischen Spiele Die alten Griechen starteten um 776 vor Chr. ihre ersten Olymischen Spiele. Diese Spiele wurden alle vier Jahre veranstaltet, 293 mal bis ins Jahr 393 nach Christus. Es ist erstaunlich, dass die Spiele lange 1169 Jahre ausgeführt wurden. Erst im Vergleich mit der Ausführungsperiode der modernen Olympischen Spielen von 100 Jahren wird die Konstanz ersichtlich.
Boxer mit kurzen Röcke, sie tragen Bandagen an ihren Handgelenken ca. 2000AD in der Stadt Ashunnak gefunden, ausgestellt im Louvre Paris
Auf dem Relief sind links Boxer und rechts Fechter zu erkennen, zu sehen im Grab von Ptahshopte in Seqqara, Alter etwa 4300 Jahre.


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